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Positiv/negativ - was denn nun?

 

Im Tiertraining werden ganz oft zwei Begriffe durcheinander geworfen und mit emotionalen „Ettiketten“ versehen:

 

Die positive und negative Verstärkung und die positive und negative Strafe. Warum diese Konzepte so kompliziert klingen, liegt daran, dass sie aus dem un-emotionalen Studium des Lernverhaltens stammen und dann erst in das Training durch „Otto-Normal-Verbraucher“ übernommen wurden.

 

Positiv und negativ haben daher NICHTS mit emotionalen Zuständen oder Bewertungen zu tun sondern mit mathematischen Beschreibungen: positiv fügt etwas hinzu, negativ nimmt etwas weg.

 

Eine Verstärkung ist etwas, was zu einem vermehrten Auftreten von Verhalten führt. Eine Strafe ist etwas, was zu einer Verringerung von Verhalten führt.

Weiterlesen: Positiv/negativ - was denn nun?

Belohnung oder Bestechung?

 

Im letzten Blog habe ich mit dem Satz „Positive Verstärkung ist übrigens NICHT Bestechen mit Futter“ geendet.

 

Jetzt möchte ich auf die Unterschiede zwischen Bestechen und Belohnen eingehen und auf die Frage, warum man überhaupt mit Futter belohnen sollte.

 

Schauen wir uns erstmal die Definition lt. Duden von bestechen und belohnen an.

 

Bestechen = einen andern durch Geschenke, Geldzahlungen o. Ä. für seine eigenen [zweifelhaften] Interessen, Ziele gewinnen [und ihn dabei zur Verletzung einer Amts- oder Dienstpflicht verleiten]

 

Belohnen = zum Dank, als Anerkennung für etwas (mit etwas) beschenken, auszeichnen; eine Tat, eine Leistung anerkennen, vergelten

 

Grob vereinfacht, folgt bei Bestechung das Verhalten der Bestechung z.B. einem vorgehaltenem Futtereimer und folgt bei Belohnung die Belohnung dem Verhalten.

Weiterlesen: Belohnung oder Bestechung

Die ersten Schritte.....

 

So, weiter geht's!

Auch hier werde ich immer wieder mal kommentieren, was ich heute anders machen würde.

Wir sind am Tag 4 oder 5, Freddie findet das Clickerspiel unheimlich toll und sucht aktiv meine Nähe. Aber mittlerweile haben die anderen Ziegen spitz gekriegt, dass da Leckereien verteilt werden und ich muss mir eine Strategie überlegen, wie ich Freddie weiter für seine Zusammenarbeit belohnen kann ohne ihn dem Stress auszusetzen, von anderen Ziegen gemobbt zu werden oder bei mir bleiben zu sollen, wenn ich durch Energie und Körperhaltung die anderen Ziegen auf Abstand halte.

Mein erster Versuch, Freddie am Strick aus dem Laufstall heraus zu nehmen, ist nicht besonders erfolgreich. Ja, er kommt mit - er kennt aus dem vorherigen Winter, dass es auch draussen was zu fressen gibt aber er fühlt sich von der Herde getrennt sehr unsicher.

Er kann sich Leckerli verdienen durch Handtarget berühren und sich anfassen lassen aber ich merke an der Art, wie er das Futter aus der Hand nimmt = Lippen sind fest(er), er hält das Futter kurz im Maul, bevor er kaut, überlegt länger, ob er das Futter überhaupt nehmen will, dass er unter Stress = Trennungsangst steht.

Weiterlesen: Erste Schritte

Motivation und zu schnell zu viel fordern

 

Dieser Blogbeitrag dreht sich nicht so sehr um Freddie’s Fortschritte sondern um Lerntheorie, d.h. die wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie Lernen an sich, unabhängig von Spezies, Alter, Geschlecht, vor sich geht.

 

Hier ein Auszug aus dem Originaltrainingstagebuch, den ich dann analysieren werde:

21.01.15
Ich wechsle die Belohnung von Kraftfutter auf Kanne Energiebarren (sehr klein gebrochen).

Anmerkung: die Ponies sind durch die Energiebarren immer gut zu motivieren gewesen, ich gehe davon aus, dass dies bei Freddie auch der Fall sein wird.

Erstmal Skepsis und weniger Enthusiasmus.

Anmerkung: für Freddie haben die Energiebarren wenig Belohnungswert. Sie sind ihm fremd und scheinen ihm nicht zu schmecken.

Weiterlesen: Motivation; zu schnell zu viel gefordert

Das anclickern............. und was ich heute evtl. anders machen würde

Fangen wir mal mit dem Idealzusstand an. Da ist das zu trainierende Tier für die ersten Clickereinheiten hinter einer Barriere - man nennt das in der Clickerterminologie "geschützter Kontakt".

Warum? Bei Training mit Futter wird oft (und zu recht) kritisiert, dass man sich damit bettelnde, aufdringliche Tiere heranzieht. Deswegen wird gleich in den ersten Trainingseinheiten beim Clickertraining der Grundstein dafür gelegt, dass dasTier bei der Arbeit höflich bleiben und man trainiert so lange im geschützten Kontakt, bis das Tier genug Selbstbeherrschung entwickelt und die Regeln des Spieles verstanden hat.

Ich werde übrigens immer wieder im Blog von ClickerSPIELEN schreiben und das mit gutem Grund: Training ist ernsthaft, Spielen macht Spaß. Und Tiere können und wollen Spaß haben. Für sie ist jedes gut gemachte Training eine Bereicherung des Alltags, ein Spiel, in dem Puzzle gelöst und neue Fähigkeiten geübt werden können.

Weiterlesen: Das ancklickern

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